
Alta nennt sich selber „Stadt des Nordlichts“, dabei hat die Stadt auch eine bewegte Geschichte seit vielen tausend Jahren. Grund genug für einen Besuch.
Die Anfahrt
Wir sind von Schweden aus Richtung Alta gefahren und der Weg hat uns über Galdotieva geführt. Natürlich haben wir hier eine Pause eingelegt und uns mit Rentierfleisch versorgt.
Die Fahrt nach Alta ist uns nicht unbekannt, das letzte Mal sind wir hier 2023 gefahren, auf unserem Weg zum Nordkapp. Die Strecke führt durch die Finnmark, an Kautokeino vorbei Richtung Alta.

Man fährt durch die Taiga und die Tundra und nähert sich immer mehr dem Nordkapp.

Dabei merkt sehr deutlich, dass man sich immer weiter vom Polarkreis Richtung Norden entfernt. Aber es gibt auch sehr waldreiche Abschnitte.

Auf dem Weg nach Alta kommt man auf diesem Weg aber auch durch ein sehr wildes Tal mit hohen Felsen und die E45 führt entlang des Trangdalsvatn. Hier möchte man eigentlich alle paar Minuten anhalten, die Landschaft genießen, Fotos machen oder staunen. Eine so wilde und zerklüftete Landschaft sieht man selten.

Spontan erinnert man sich an die Abenteuerbücher wie z.B. „In den Schluchten des Balkan“. Alleine für diese Fahrt lohnt sich schon die Strecke.
Alta
Die Stadt Alta hat uns erstaunt. Auf der einen Seite siedeln hier Menschen seit vielen tausend Jahren, auf der anderen Seite bietet die Stadt kaum alte Gebäude oder Sehenswürdigkeiten.

In der Nähe von Alta gibt es sogar Felszeichnungen aus der frühen Menschheitsgeschichte, diese sind Weltkulturerbestätte. Leider haben wir es nicht geschafft und diese Felszeichnungen anzusehen. Das müssen wir noch mal in den kommenden Jahren nachholen. Normalerweise können wir ja nicht an Felszeichnungen vorbei, siehe auch unseren Bericht über die Felszeichnungen in Norrfors oder auch die berühmten Felsritzungen in Tanum.
Aber warum hat Alta keine Altstadt bzw. nur sehr wenige alte Gebäude. Das liegt leider an der gemeinsamen Vergangenheit. Alta war im 2. Weltkrieg (wie ganz Norwegen) von den Deutschen besetzt und in einem Fjord direkt bei Alta ankerte das Schlachtschiff Tirpitz, das Schwesterschiff der Bismarck und das größte deutsche Schlachtschiff.
Alta war also eine bedeutende Militärbasis und damit ein primäres Ziel für alliierte Angriffe. Dadurch wurde das historische Alta leider fast komplett zerstört.
Bei unserem Besuch in Alta haben wir uns die kleine Innenstadt angesehen und natürlich auch die berühmte Nordlichtkathedrale, die aber erst 2013 eingeweiht wurde. Sie ist aber sehr schnell zum Wahrzeichen der Stadt geworden.
In der Innenstadt selber gibt es die üblichen Geschäfte und recht wenig Überraschendes. Wir wollten eigentlich eine längere Pause machen, zumal auch bei unserem Besuch ein Fest der LGBTQ-Bewegung in der Stadt gefeiert wurde.
Leider haben wir gelernt, dass man in Norwegen mit einem Hund nicht in ein Cafe kommt, jedenfalls nicht in die Cafes, die wir in Alta gefunden haben. So sind wir relativ schnell wieder gefahren und haben die Zeit in der Natur auf dem Campingplatz verbracht.
Der Campingplatz
Wir haben im Vorfeld bereits auf dem Campingplatz Solvang angemeldet.

Der Platz liegt außerhalb von Alta, aber direkt am Altafjord und man hat einen unglaublichen Ausblick auf den Fjord. Da wird nach Ende der Sommerferien dort gewesen sind war der Platz fast leer. In der Nachsaison hat man immer sehr viel Platz und es sind nur noch wenige Reisende unterwegs.

Dieser Campingplatz war für uns eine Premiere, es war das erste Mal das wir auch einem explizit ausgewiesenen „christlichen Campingplatz“ übernachtet haben. Nicht, dass es einen Unterschied gemacht hätte, wir schlafen ja eh im Wohnmobil. Die Besonderheit waren die christlichen Symbole und das der Platz nur im Sommer als Campingplatz zur Verfügung steht.

Er ist im Besitz der Normisjon und wenn der Platz nicht als Campingplatz genutzt wird, ist er reserviert für christliche Gruppen.
Hierbei handelt es sich übrigens nicht um eine Sekte o.ä.
Der Campingplatz bietet alles, was man braucht. Auch wenn es eher familiär zugeht. Dies sieht man ja sehr oft bei kleineren Plätzen, die Duschen z.B. sind eher so wie in einem Haushalt. Und immer dran denken, Schuhe aus.
Der Platz verfügt auch über eine große Gemeinschaftsküche mich einem ebenso großen Aufenthaltsraum. Hier sieht man besonders die Ausrichtung auf größere Gruppen.
Das Highlight ist auf jeden Fall die Lage direkt am Fjord. Hier kann man auch sehr gut durch den Pinienwald spazieren oder direkt am Strand entlang. So entschleunigt man richtig und wenn dann auch noch die Sonne hinter den Wolken hervorkommt, ist es wild-romantisch.
Fazit
Die eigentliche Stadt Alta ist nicht unbedingt ein touristischer Hotspot, den man gesehen haben muss bzw. sollte. Aber in der Umgebung gibt es viel zu sehen, zu entdecken und es bieten sich auch viele Möglichkeiten sich zu erholen.
















