
In Borg auf den Lofoten wurde in den 1980er Jahren eine Siedlung ausgegraben die bis heute als Sensation gilt. Hier haben seit dem 2 Jh n. Chr. Menschen bis ins 15. Jh. gelebt.
Die Anfahrt
Die Anfahrt zu einem Ziel auf den Lofoten ist nicht wirklich kompliziert. Borg liegt auf jeden Fall sehr verkehrsgünstig direkt an der E10.
Bei der Fahrt über die Lofoten, insb. wenn die Sonne scheint, ist ein wahrer Genuss und man kann sich nicht sattsehen an der atemberaubenden Landschaft.
Wir sind 2025 aus Richtung Andenes gekommen und sind zunächst einmal nur bis zum Wohnmobilstellplatz „Lofoten Bobilcamping“ auf der Nachbarinsel Austvågøya gefahren.
Von da aus ist es nur noch ein Katzensprung nach Borg, wir wollte direkt am nächsten Morgen ganz früh im Museum sein. So können wir uns alles in Ruhe ansehen und Fotos machen.
Die Anlage Borg
Zunächst muss man wissen das das Lofotr Vikingmuseum Borg nicht nur ein Museum ist. Es ist eine komplexe Anlage, bestehend aus einem Museum, dem nachgebauten Langhaus, diversen anderen Häusern usw. Während der Saison kann man hier auch quasi aktiv mal Wikinger sein, sei es in der Schmiede, beim Bogenschießen oder man kann sogar mit einem Wikingerschiff in See stechen.
Zunächst einmal die Anfahrt und die Parksituation
Wie schon im Kapitel Anfahrt beschrieben, liegt Borg direkt an der E10 und ist nicht zu übersehen. Das Langhaus ist weit sichtbar und alles ist sehr gut ausgeschildert.

Der Parkplatz ist sehr groß und steht den Besuchern kostenfrei zur Verfügung.

Die Parkplätze sind auch so groß, dass man mit dem Wohnmobil gut parken kann. Aber hier haben wir leider wieder einmal beobachten dürfen, wie rücksichtslos manche Landsleute sich im Ausland verhalten. Es gab tatsächlich Wohnmobilfahrer, die auf den PKW-Plätzen geparkt haben, weil sie dann näher am Eingang stehen. Diesen Fahrern war es egal, dass das Fahrzeug weit in die Fahrbahn ragte.
Das Museum
Im Museum kann man viel der Dinge bewundern, die hier während der verschiedenen Ausgrabungen entdeckt wurden. Alltagsgegenstände, Schmuck, Waffen usw. Während der über 1000-jährigen Besiedlung hat sich schon einiges angesammelt. Aber das Museum ist auch interaktiv. Es gibt multimediale Inhalte und auch ein eigenes Kino. Hier wird die Geschichte des Machtzentrums erzählt, wie es einen friedlichen Übergang gab, weil man keinen Krieg wollte und wie es doch noch ein Happy-End gab.

Im Museum wird das eigene Smartphone zum Audioguide, man kann aber auch einen Audioguide ausleihen.
Das Museum hat sich auf die Besucher eingestellt, es gehört ja immerhin zu den meistbesuchten Museen in Norwegen. Der Film wird in mehreren Sprachen angeboten, u.a. auch Deutsch. Aber mit Englisch kommt man auf jeden Fall weiter.
Der Museumsshop
Direkt an das Museum angeschlossen ist ein Bereich mit Museumsshop und einem Cafe. Eigentlich sind es sogar mehrere Shops. Hier kann man die üblichen Andenken kaufen, aber auch z.B. Wolle für den selbstbestrickten Norwegerpulli.
Allerdings ist es hier, wie fast in ganz Norwegen, recht teuer, selbst nach deutschen Maßstäben. Muss jeder selber wissen und letztendlich entscheidet der eigene Geldbeutel.
Das Außengelände
Das Außengelände teilt sich in mehrere Bereiche. Hier darf man sogar seinen Hund mitnehmen. Es gibt hier das wieder aufgebaute Langhaus, den originalen Standort des echten Langhauses, den alten Hafen und diverse Mitmachstationen.
Fangen wir mit dem Langhaus aus. In Ribe in Dänemark steht ja auch ein Langhaus, aber hier in Borg steht wirklich das größte bisher gefundene Langhaus aus der Wikingerzeit. Das erste Langhaus war schon 55 m lang und 8 m breit, es wurde sogar noch mal vergrößert auf dann 83 m Länge und bis zu 9 m Breite. Das sind wirklich riesige Dimensionen.
Kein Wunder das man so ein großes und zentral gelegenes Gebäude benötigte. In der Wikingerzeit lebten hier in Borg tatsächlich rd. 1.800 Menschen, verteilt auf ca. 115 Höfen. Man kann also von einem sehr großen Dorf bzw. einer kleinen Stadt sprechen. Also ungefähr so groß wie Haitabu zu seiner besten Zeit.
Den Nachbau kann man auch betreten, das Haus unterteilt sich in Wohnbereiche, Schlafbereiche, eine „Königshalle“, Stallungen, Bereiche für Handwerker usw. Das wird sehr anschaulich gezeigt, denn Borg ist ein lebendiges Museum. Hier leben Menschen in der Saison als Wikinger und zeigen den Besuchern, wie die Menschen hier früher gelebt haben. Von kultureller Aneignung, wie man es oft in Deutschland erlebt, ist hier nichts zu spüren.
Direkt neben dem heutigen Langhaus sind Pfähle im Boden, sie zeigen den ursprünglichen Standort des Langhauses. Alleine durch diese optische Maßnahme wird man sich bewusst, was hier für ein regionales Machtzentrum gestanden haben muss.
In den einzelnen Bereichen stehen auch Informationsschilder, die man auch sehr gut versteht, wenn man kein Norwegisch kann.
Vom Langhaus führt dann der Weg quasi durch das „Dorf“ und man kann zum Hafen wandern. Dabei kommt man auch an Tieren vorbei, die es hier schon zur Zeit der Wikinger gegeben hat.
Ebenso führt der Weg vorbei an den Mitmachstationen, wo die Besucher viele Dinge ausprobieren können. Das Angebot richtet sich an die Kinder, aber es gibt auch viele Dinge für Erwachsene.
Man lernt z.B. auch, dass aus Sicherheitsgründen wegen der Brandgefahr, die Schmiede außerhalb gestanden hat.

Der Hafen
Neben dem Langhaus ist der Hafen sicherlich das zweite Highlight in Borg. Hier liegen mehrere Langschiffe, der Hafen hat auch heute noch eine Verbindung zum Meer, auch wenn es eher wie ein See aussieht. Das erinnert stark an Roskilde in Dänemark, nur da ist es viel größer.

Hier kann man tatsächlich auch eine Rundfahrt mit dem Schiff machen. Natürlich mit modernen Rettungsmitteln, wie z.B. eine Schwimmweste. Man meldet sich einfach an und ist bei der nächsten Rundfahrt dabei. Hier lohnt es sich aber auf jeden Fall, früh da zu sein.

Die Kirche
Auf dem Außengelände steht auch eine moderne Kirche auf dem historischen Grund. Kirchen gab es wohl schon seit dem 14. Jh. an dieser Stelle, die heutige Kirche wurde 1987 eingeweiht.
Was man hier fast übersieht, ist eine kleine Gedenkstätte. Auch in dieser idyllischen Bilderbuchlandschaft gab es Schrecken, leider auch den Schrecken den die Deutschen im 2. Weltkrieg. Diese Erinnerungsstätte gilt den sowjetischen Kriegsgefangenen, die hier von der deutschen Wehrmacht gefangen gehalten wurden.
Die Landschaft rund um Borg
Wenn man Borg im Sonnenschein besucht, dann muss man einfach auch mal stehenbleiben und gucken. So wird einem schnell klar, warum hier schon so lange Menschen siedeln. Was sagen schon Worte, wir zeigen lieber Bilder.
Fazit:
Borg ist ein ungewöhnlicher Ort. Die Lofoten an sich sind schon sehr beeindruckend und schön, aber sie liegen auch etwas Abseits. Eingebettet in die wunderschöne Landschaft kann man hier das echte Wikingerleben erfahren. Natürlich sind die Lofoten weit weg von Deutschland und nicht jeder hat die Gelegenheit, diesen Ort zu besuchen. Aber wenn man die Möglichkeit hat, dann gehört Borg auf jeden Fall auf die Bucketlist.





















































