
Skarsvåg liegt ganz in der Nähe vom Nordkap und ist wohl wirklich das nördlichste Fischerdorf der Welt. Hier leben nur rund 60 Menschen.
Die Anfahrt
Für uns ist es schon der zweite Besuch hier ganz oben. Beim ersten Mal sind wir aus Richtung Tromsø gekommen und Richtung Alta gefahren. Beim zweiten Mal sind wird entgegengesetzt gefahren. Aber das tut der Schönheit der Landschaft keinen Abbruch.

Man kommt aus der Taiga und fährt in die Tundra. Das ist ein einzigartiges Erlebnis. Man sieht viele Kilometer weit und sieht doch keine hohen Bäume. Je weiter nördlich man kommt, desto weniger sieht man auch die kleinen Bäume, bis sie schließlich ganz verschwinden.
Einige Teile der Straße führen auch direkt entlang des Nordmeers, auf der einen Seite schroffe Felsen, dann die Straße und dann das Meer. Das ist eine der schönsten Straße die wir bisher gefahren sind. Leider haben wir während der Fahrt keine Wale im Meer gesehen. Aber das haben wir ja in Andenes nachgeholt.
Wie immer auf diesen Nordtouren muss man viel Zeit einplanen. Auch wenn man auf der Landstraße manchmal 70 km/h fahren darf sind die Straßen recht schmal und kurvenreich. Man braucht also sehr lange, bis man am Ziel ist.
Beeindruckend sind auch die Tunnel auf dem Weg zum Nordkap wie z.B. der Nordkap-Tunnel mit seinen fast 7 Kilometern Länge. Die älteren Tunnel in Norwegen sind einfach nur durch den Felsen geschlagen und die Tunnelwände sind immer noch sehr ursprünglich und grob verkleidet (oder auch nicht).
Neben der tollen Landschaft an der man sich nicht sattsehen kann führt der Weg auch immer wieder vorbei an kleinen Ansiedlungen oder einzeln stehenden Häusern. Man kann sich kaum vorstellen das hier Menschen dauerhaft wohnen, so fern ab von Geschäften, Ärzten usw. Es sind schon besondere Menschen, die hier wohnen.
Achtung: Bei der Fahrt in den nördlichen Ländern muss man immer darauf gefasst sein das Rentiere über die Straße laufen. Die Tiere haben absolute Vorfahrt und man muss wirklich immer und überall darauf gefasst sein sie zu sehen oder wegen ihnen zu bremsen. Also immer aufgepasst.

Ein gutgemeinter Rat: Fahrt sehr früh los und nicht gerade zur Hauptsaison im Sommer. Dann habt Ihr tolle Aussichten. Denn wenn man ein anderes Fahrzeug wie z.B. ein Wohnmobil vor sich hat, dann hat man keine Gelegenheit zum überholen und hat ewig das Heck des vorausfahrenden Fahrzeugs in Sicht.
Kirkeporten
Bei unserem zweiten Besuch haben wir uns bewusst entschlossen, nicht zum Nordkap zu fahren. Hier waren wir schon und der Eintritt ist sehr sehr teuer (aktuelle Preise findet man hier). Dabei ist die Landschaft rund um Skarsvåg genauso schön und es kostet keinen Eintritt.

Wir sind vom Campingplatz den Hügel hoch, es gibt hier sogar eine ausgewiesene Wanderstrecke. Man darf den Weg aber nicht unterschätzen, es ist recht steil und das Moos und die Pflanzen speichern das Wasser. Man sollte also Zeit einplanen und auch festes Schuhwerk sollte eine Selbstverständlichkeit sein.
Auf dem Weg gibt es neben den vielen Grünflächen auch sehr viele Geröllflächen, hier sollte man besonders aufpassen. Apropos aufpassen: Hier leben auch Rentiere und diese liegen auch gerne mal windgeschützt hinter einem Felsen. Plötzlich erschrecken sie sich vor den Wanderern, springen auf und laufen weg. Man kann sich vorstellen wie man sich als Wanderer erschreckt.
Wenn man mit Hund unterwegs ist dann sollte der Hund auf jeden Fall an der Leine sein. Sonst könnte er Rentiere jagen oder auch mal an den Klippen abstürzen.
Wenn man dann an den Klippen steht hat man einen fantastischen Ausblick über das Nordpolarmeer. Man ist ja auch in der Arktis, das sollte man immer im Kopf haben. Es kann im Sommer sehr warm werden, aber auch sehr kalt so das man Mütze und eine dicke Jacke braucht.
An dieser schroffen und einzigartigen Landschaft können wir uns nicht satt sehen.
Kirkeporten selber ist ein Felsen mit einem Loch drin. Hier hat die Natur ein echtes Tor geschaffen und das sagt ja auch der Name, Kirkeporten ist die Kirchtür.

Man kann an dem Felsen auch sehr gut erkennen das er gefaltet ist. Wir sind keine Geologen, aber für uns sieht es so aus als ob hier Lava erkaltet ist.
Dies ist eine wirkliche Alternative zum Nordkap, kostet keinen Eintritt und ist mindestens genau so schön. Uns hat es sogar noch besser gefallen, denn hier ist es nicht so voll.

Das Dorf Skarsvåg
Das Dorf ist wirklich nicht groß. Man kann zu Fuß in kurzer Zeit vom Campingplatz ins Dorf laufen. Dabei geht man auf der Straße, einen Bürgersteig gibt es nicht. Dafür ist man direkt in der Natur unterwegs und damit kommt man auch den Rentieren sehr nah.

In dem Dorf gibt es fast nichts. Es gibt ein kleines Restaurant, eine kleines Geschäft mit einem Cafe und einen Campingplatz. Man muss aber sehr auf die Öffnungszeiten achten, insb. wenn die Hauptsaison vorbei ist.
Sehenswert ist Skarsvåg aber trotzdem. Es kommen auch sehr viel Touristen hierher, der Ort liegt halt nah am Nordkap und viele übernachten hier im Wohnmobil. Entweder wie wir auf dem Campingplatz, oder auf einem Parkplatz im Dorf.
Uns hat auch der Hafen sehr gut gefallen. Hier sieht man auch wovon die Menschen hier leben. Jede Menge Fischerboote und es gibt auch eine kleine Verkaufsstelle für Königskrabben, aber die hat wohl auch nur in der Hauptsaison geöffnet.
Alles sieht aus wie in einem Reisemagazin und im Dorf laufen auch Rentiere rum. Das ist hier ganz normal und keiner stört sich daran bzw. findet das ungewöhnlich.
Für eine Besichtigung von Skarsvåg braucht man nicht lange, selbst wenn man ganz langsam spaziert und sich im Hafen alles in Ruhe ansieht sollte man in 2 Stunden locker fertig sein.
Der Campingplatz
Wir haben 2025 schon zum zweiten Mal auf dem Campingplatz übernachtet. Hier gab es wohl einen Betreiberwechsel, der Platz heißt jetzt „Base Camp North Cape„, aber viel geändert hat sich nichts. Der Aufenthaltsraum ist etwas kleiner geworden, dafür ist die Rezeption nun größer.
Die Stellplätze sind einfache Schotterplätze die man über kleine Schotterwege erreicht. Man muss aber sehr auf Schlaglöcher aufpassen, die zum Teil auch mit Wasser gefüllt sind. Also sehr vorsichtig fahren.
Das Servicehaus ist eher einfach, aber sauber. Wie immer in Norwegen sind Strom sowie Ver- und Entsorgung im Preis enthalten. Dafür ist der Preis aber auch recht hoch. Aber in Norwegen ist halt alles etwas teurer.

Der Platz lebt auf jeden Fall von seiner Lage und das es hier keine Konkurrenz gibt. Aber er liegt auch wirklich in einer tollen Landschaft und so schlecht wie es jetzt vielleicht scheint ist der Platz dann auch wieder nicht.

Auf jeden Fall sollte man vorher im Internet die Öffnungszeiten überprüfen, der Platz ist nicht ganzjährig geöffnet. In der Hauptsaison sollte man auch auf jeden Fall reservieren, denn dann ist es hier oben mittlerweile richtig voll.
Die Abfahrt
Auch die Abfahrt vom Nordkapp ist wieder ein Erlebnis.























































