Styggforsen – und die Höhle des Teufels

Wappen Rättvik

Vom Storstupet ins Sonnenlicht: Mit dem Husky im Gepäck erobern wir den magischen Styggforsen. Wo die Erde senkrecht steht und die Freiheit grenzenlos ist.

Wildes Dalarna: Von Schluchten zum Wasserfall – Ein Tag am Styggforsen

Es regnete immer noch sehr stark, als wir unser Wohnmobil am Storstupet startklar machten. Wer die Einsamkeit Schwedens sucht, ist hier, an der tiefen Schlucht des Flusses Ämån, genau richtig. Doch heute zog es uns weiter südlich, zu einem Ort. Dieser Ort ist nicht nur geologisch eine Besonderheit, sondern auch Legenden über den Teufel höchstpersönlich beherbergt: den Styggforsen.

Die Anreise: Durch das Herz von Rättvik

Da wir an einem Wochentag unterwegs waren, glitten wir entspannt über die schwedischen Landstraßen. Die Fahrt vom Storstupet in Richtung Boda Kyrkby dauert mit dem Wohnmobil etwa 40 Minuten. Es ist eine jener Strecken, auf denen man den Blick kaum von den tiefgrünen Wäldern und den typischen roten Holzhäusern abwenden kann.

Je näher wir dem Ziel kamen, desto mehr hielt das Wetter sein Versprechen: Die Bewölkung riss auf, und das Licht der schwedischen Mittagssonne ließ die Birkenstämme am Wegesrand fast weiß leuchten. Für uns – zwei Erwachsene und unseren Husky – ideale Bedingungen. Huskys und Hitze sind nicht unbedingt Gegner, aber der kühle Wind, der hier oben in Dalarna immer mitschwingt, machte die Wanderlust bei Mensch und Tier perfekt.

Ankunft und der „böse Wasserfall“

Der Parkplatz am Styggforsen ist glücklicherweise auch für etwas größere Wohnmobile gut zugänglich. Kaum hatten wir den Motor abgestellt, empfing uns das ferne Rauschen des Wassers. „Stygg“ bedeutet im lokalen Dialekt so viel wie „böse“ oder „hässlich“ – ein Name, der dem Ort heute kaum noch gerecht wird, aber von der gewaltigen, ungezähmten Kraft des Wasserfalls zeugt.

Parkplatz Styggforsen
Parkplatz Styggforsen

Der Weg zum Wasserfall ist gut ausgebaut. Auf dem Weg sind wir sogar an einem Brunnen vorbei gekommen. Das Wasser ist hier wirlich gut und kann getrunken werden.

Wir folgten dem Pfad, der uns direkt zur Abbruchkante führte. Hier stürzt das Wasser 36 Meter tief über eine fast senkrechte Felswand in die Tiefe. Das Besondere am Styggforsen ist jedoch nicht nur die Fallhöhe, sondern die Geologie: Wir befinden uns hier am Rand des Siljan-Rings, dem Einschlagkrater eines Meteoriten, der vor rund 370 Millionen Jahren einschlug. Die Gesteinsschichten stehen hier buchstäblich senkrecht – ein Anblick, der selbst Laien verdeutlicht, welche Naturgewalten hier am Werk waren.

Die Wanderung: Rund um den Abgrund

Nachdem wir die Aussichtsplattformen ausgiebig genutzt hatten (Snorre war besonders von der Gischt fasziniert, die in der Sonne glitzerte), starteten wir die Rundwanderung. Der markierte Weg führt durch ein Naturschutzgebiet, das wie ein Märchenwald wirkt. Umgestürzte Bäume bleiben hier liegen, Moose und Flechten überziehen jeden Stein.

Der Pfad ist abwechslungsreich: Mal geht es über gut befestigte Holzstege, mal über wurzelige Waldwege. Für unseren Husky war es das reinste Schnüffelparadies. Ein Highlight der Runde ist die „Trollkyrka“ (die Trollkirche), eine markante Felsformation, und die Höhle des Teufels, in der laut Sage früher finstere Gestalten hausten.

Die Höhle des Teufels
Die Höhle des Teufels

Trotz der dramatischen Kulisse strahlte der Wald an diesem sonnigen Wochentag eine unglaubliche Ruhe aus. Wir begegneten nur wenigen anderen Wanderern, was die Atmosphäre noch intensiver machte. Die Sonnenstrahlen, die durch das dichte Blätterdach fielen, zauberten tanzende Lichter auf den Waldboden, während wir uns langsam wieder dem Ausgangspunkt näherten.

Kulinarischer Abschluss am Wohnmobil

Nach etwa anderthalb Stunden (wir ließen uns viel Zeit zum Fotografieren und Staunen) erreichten wir wieder den Ausgangspunkt. Ein kurzer Besuch am kleinen Café war uns nicht vergönnt, das Café war geschlossen. So sind wir dann einfach wieder gefahren.

Der Styggforsen ist mehr als nur ein Fotostopp; es ist ein Ort, an dem man die Urgewalt der Erde spüren kann. Von der dramatischen Schlucht des Storstupet kommend, bildete dieser sonnige Nachmittag am Wasserfall den perfekten Kontrast und ein Highlight unserer Dalarna-Tour.

Infotafel Styggforsen
Infotafel Styggforsen

Fazit: Wer mit dem Wohnmobil in Zentralschweden unterwegs ist, sollte den Styggforsen an einem Wochentag ansteuern. Die Kombination aus geologischer Einzigartigkeit, mystischen Waldpfaden und der Kraft des Wassers ist – besonders bei Sonnenschein – ein unvergessliches Naturerlebnis für Mensch und Hund.

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