
Narvik ist nah am schwedischen Kiruna und der Hafen ist wegen der Eisfreiheit der wichtigste Umschlagplatz. Doch Narvik hat auch eine traurige Geschichte.
Die Anfahrt
Es gibt verschiedene Wege von und nach Narvik, zu Land und zu Wasser. Wir sind von Andenes auf den Lofoten über den Gryllefjord nach Narvik gefahren.
Wie bei jeder Fahrt durch Norwegen, insb. im Norden Norwegens, muss man richtig viel Zeit für wenige Kilometer einplanen. Laut Google beträgt die Entfernung von Gryllefjord nach Narvik nur etwas mehr als 200 Kilometer, doch man sollte hier mit 3-4 Stunden rechnen. Vielleicht auf etwas länger, je nachdem wie voll die Straße ist. Luftlinie zwischen Gryllefjord und Narvik sind sogar nur rd. 105 km. Auf jeden Fall sollte man viel Zeit einplanen.
Auch wenn die Fahrt gefühlt ewig dauert wird man doch mit durch die grandiose norwegische Landschaft entschädigt. Man fährt durch über die Insel Senja mit ihren Wäldern und Seen und von da aus auf das norwegische Festland. Hier fährt man entlang von Fjorden, durch kleine Städte und durch die tolle Natur. Wenn man will (und viel Zeit hat), dann könnte die Fahrt auch noch länger dauern. Aussichtspunkte und Fotomotive gibt es jedenfalls mehr als genug.
Das letzte Highlight auf der Fahrt nach Narvik ist dann aber auf jeden Fall die Fahrt über die Hålogalandsbrua, die erst 2018 eröffnet wurde. Die Brücke ist rund 1,5 km lang und man hat eine tolle Aussicht über den Ofotfjord. Allerdings ist die Überfahrt auch mautpflichtig.

Warum eigentlich Narvik
Natürlich stellt sich die Frage, warum man überhaupt nach Narvik fahren sollte. Die Stadt ist kein touristischer Hotspot wie z.B. Bergen, Tromsø oder gar Oslo.
Die Stadt hat eine bewegte Geschichte und der Name taucht immer wieder in Dokumentationen und Büchern auf. Besonders wenn diese Medien den 2. Weltkrieg behandeln.

Da wir uns sehr für Geschichte interessieren ist Narvik für uns also ein Ort, den wir mal besuchen wollten.

Die Stadt Narvik
Narvik ist im 2. Weltkrieg durch die deutsche Luftwaffe im Rahmen des Kampfes um die Stadt fast völlig zerstört worden. Man hat die Stadt wieder aufgebaut, aber leider ist sehr viel von dem ursprünglichen Charme verloren gegangen. Die Stadt ist zweckmäßig aufgebaut und das Herz der Stadt ist der Hafen.
Noch heute kommen hier die Güterzüge aus den Minen in Schweden an, beladen mit Tonnen von Eisenerz für die Schmelzöfen in Europa.
Die Stadt selber hat wenige echte Sehenswürdigkeiten. Das Krigsmuseum thematisiert den Kampf um Narvik im Jahr 1940 und ist wirklich ein Highlight, nicht nur in Narvik, sondern auch darüber hinaus. In dem Museum wird die Schlacht sehr ausführlich dokumentiert. Teilweise sogar mit interaktiven Dioramen. Natürlich nur auf Norwegisch und Englisch. Dabei lernt man, dass die Deutschen eigentlich den Kampf schon verloren hatten. Nur der Blitzkrieg in Frankreich hat die Niederlage verhindert, die Alliierten haben deswegen die Truppen aus Norwegen abgezogen.
Für die Deutschen und insb. für die deutsche Kriegsmarine war die Schlacht um Narvik ein Desaster, hier wurden alle am Angriff auf Narvik beteiligten Zerstörer zerstört und dazu auch noch einige U-Boote. Leider hat es Narvik nicht davor bewahrt, von den Deutschen besetzt zu werden.
Ansonsten hat die Stadt lediglich zwei sehenswerte Kirchen zu bieten, aber diese sind natürlich kein Vergleich mit den Kirchen in Lund oder der Eismeerkathedrale in Tromsø.
Man muss sich also schon sehr für Geschichte interessieren, um Narvik als Ziel ins Auge zu fassen.
Der Stellplatz
Der Wohnmobilstellplatz von Narvik ist ganz in der Nähe von Krigsmuseum, aber direkt an der Bahnlinie. Es handelt sich auch hier um einen Schotterplatz mit Stromanschluss, Ver- und Entsorgung ist nicht direkt am Platz. Geeignet ist er lediglich für eine Übernachtung, aber mehr auch nicht.
In der näheren Umgebung kann man nicht sehr gut mit dem Hund spazieren, die nächsten wirklichen Grünflächen sind nicht in unmittelbarer Nähe.
Weitere Informationen über den Stellplatz findet man im Internet (hier), ebenso die aktuellen Preise und ob der Platz überhaupt geöffnet hat.
Fazit
Narvik hat einen sehr bekannten Namen für Menschen, die sich für jüngere Geschichte interessieren. Diesem Namen wird Narvik nicht gerecht. Zwar ist das Museum auf jeden Fall einen Besuch wert, aber das kann man auch in einen Tagesbesuch integrieren. Die Umgebung rund um Narvik jedoch ist wirklich schön und hier kann man in der Natur herrlich entspannen.

















